Aufgespießt

Überschwemmungen im Erpetal

Anfang August ist die Erpe schon wieder jenseits der Brücke auf Höhe des Tennisplatzes (Straße „Hinter dem Kurpark“ in Friedrichshagen) an mindestens zwei Stellen durch die Uferböschung getreten. Das Erpewasser ergoss sich auf einer Breite von ca. 80 Metern in die angrenzenden Gärten und Wochenendhäuser (teilweise bis zur 3. Reihe). An der von Anwohnern gemessenen, tiefsten Stelle stand es ca. 70 Zentimeter tief. Die Gartenkolonie diesseits der Erpe – zum Kurpark hin – war Stand blieb weitgehend trocken, weil auf dieser Flussseite die Böschung gehalten hatte.

Die Uferböschung der Erpe ist nach Anwohnermeinung im Besitz des Bezirks.

Im Grünflächenamt wird dieses anscheinend noch kritisch gesehen, es wird auch diesbezüglich eine senatsseitige Verantwortlichkeit geprüft. Allerdings können diese Verwaltungsarbeiten meiner Meinung nach nicht auf dem Rücken d   er Bürger ausgetragen werden, welche ohnmächtig zusehen müssen, wie Ihr angestammtes Eigentum verfault und wegschimmelt. Von den mit dem stehenden Wasser verbundenen Gesundheitsgefahren (Mückenreservoir und Kleintier-Kadaverzersetzung in der Sommerhitze + potentieller Gartenkontaminierung mit Schadstoffen aus dem Klärwerk) ganz zu schweigen.

Viele Erpetaler sprechen hier mittlerweile -in Zusammenhang mit vermuteten Immobilienvorhaben am Oberlauf – mutmaßend von einer „feuchten Enteignung“.

Die Uferböschung im Erpetal muß schnellstens saniert werden, damit das Erpetal einerseits seiner Funktion als Überschwemmungsgebiet und  andererseits der Wahrung des Eigentums ansässiger Bürger Rechnung getragen werden kann.

Dieses Überschwemmungsgebiet sollte wieder seinen alten Poldercharakter dadurch erhalten, indem die Bausünden der Vergangenheit (Durchschneidung der alten Drainageadern) einer Heilung zuführt werden. Dazu ist auf längere Sicht ein Überschwemmungsmanagement zu konzipieren. Ziel ist, das bei zukünftigen Überschwemmungen der Erpe, das in die Gärten dringende Hochwasser auch wieder abfließen kann, sobald die Erpe sich in ihr Fließbett zurückzieht. Zurzeit haben wir hier einen Trogeffekt, das Wasser bleibt wochenlang stehen.

Erste Hilfemaßnahmen ließen sich aus Sicht der Erpetaler in wenigen Tagen realisieren, damit sie sich an die Beseitigung der Schäden machen könnten. Aktuell sind ihnen allerdings wegen der Landschaftsschutzbestimmungen die Hände gebunden. Sie wollen nicht, wie nach den Überschwemmungen des Jahres 2011, noch einmal um die Früchte ihrer Sanierungsinvestitionen betrogen werden. Abgesehen von möglichen Neubauprojekten scheint der Pflege und Entwicklungsplan Erpetal von 2013 genau das zu beschreiben, was gerade stattfindet.

Wenn dieser Plan also vom BA Treptow Köpenick verfolgt wird, ist die feuchte Enteignung Programm: Der Autor schlägt einen 90 Meter breiten Korridor entlang der

ganzen Erpe vor,der von Bebauung freizumachen ist, damit die Erpe meandern kann. Aus den städtischen Kleingartenanlagen sollen alle Pächter kurzfristig gekündigt werden. Privates Gelände soll durch "Eigentumsänderung" der Schutzgebietsverordnung zugeführt werden. Das Ganze steht auch im Zusammenhang mit dem Hochwassermanagementplan.

Quintessenz: Dieser defakto Enteignungsplan entlang der Erpe muss Stellen im Bezirk bekannt sein. Ob er so auch schon so exekutiert wird, weiß ich nicht, die Indizien deuten aber darauf hin. Nur die betroffenen Kleingärten kennen ihn noch nicht. Auftraggeber des Plans ist das Bezirksamt Treptow-Köpenick, Abt. Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt FB Naturschutz

 

5. August 2017

Uferweg der Erpe

Ein wegen Unterspülung umgestürzter Baum

Hier kann man zur Zeit nicht mehr spielen!

eine mögliche „Staustufe“ beim nächsten Erpehochwasser!

 

 

 

einer von vielen Gärten die betroffen sind.