Sozialpolitik

Meine sozialpolitischen Standpunkte zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Das große Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft lautet, dass jeder Mensch seine eigene Lage mit eigener Leistung verbessern kann.
Doch immer mehr Menschen zweifeln daran, ob dieses Versprechen heute noch gilt.

„Viele Menschen, die finanziell und sozial schwächer positioniert sind, nehmen ihr Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahr bzw. können es mitunter auch nicht.“

Eine Bertelsmann Studie sprach in diesem Zusammenhang von „prekären Schichten“, ein Begriff, der in der neueren Soziologie offenbar verwendet
wird und den ich bis dato noch nicht kannte. Meinen die Studienmacher diesbezüglich wirklich Menschen, also Individuen? Verwendet
man „prekäre Schichten“ für eine Vielzahl von Menschen so machen Soziologen aus den einzelnen Individuen nach meinem Empfinden Objekte
und verfehlen damit auch Ansätze zu nachhaltigen Lösungen.

Als Sozialpolitiker kann ich das weder gut heißen noch hinnehmen. Ich stelle ich mich diesen gesellschaftlichen Herausforderungen:
Ich lasse kaum eine Veranstaltung und Einladung in dieser Hinsicht aus. Vor allem auch keine vor Ort Termine, um mit Menschen, die es im Leben
schwer haben, ins Gespräch zu kommen. Auch aus meiner Sicht als evangelischer Christ kann dieser Kampf um Teilhabe nur mit einzelnen Menschen als
eigenständigen Persönlichkeiten, nicht aber mit einer „prekären Schicht“ geführt werden.

Dabei ist aber auch zu betonen, dass ein jeder Mensch zunächst einmal für sich selbst verantwortlich ist. Einem Zweifler, da gibt es auch in den
vielen Gesprächen, die ich mit Menschen vor Ort führe, einige, werde ich nicht das Glauben an etwas oder das Aufhören seines Zweifelns diktieren.
Dabei kann ich Angebote zur Veränderung aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt machen, denn auch mein Tag hat leider nur 24 Stunden.

Wenn eine sich in Schwierigkeiten befindliche Person mich als FDP-Politiker mit meinen Aussagen und Hinweisen ablehnt, mitunter pauschal, so akzeptiere ich auch dieses.

Die immer wieder erlebbare soziale Verwahrlosung in unserer Gesellschaft hat viele Aspekte und Ursachen. Ich scheue mich nicht, diese auch mal mit  Großvaters Weisheiten (Glauben, Lernen, Arbeiten, Ergebnis erhalten) anzusprechen.

„Viele Menschen wollen nur einen der Fische des anderen, ohne sich selbst wirklich um das Fischen bemühen zu wollen.“

 

Das kann aber nicht die Lösung sein. Vielmehr will ich auch zukünftig mit möglichst fairen politischen Ansätzen agieren, besagten Personen
das Lernen des Fischens zu ermöglichen.

Dabei bleibt es aber immer die Freiheit des Einzelnen, zu entscheiden, wie er seinen Weg weitergehen will. Denn ein Teil der sich in sozialen Schwierigkeiten
befindenden Menschen ist nämlich auch in der Lage, Andere, Gutmeinende hart zu verprellen. Deshalb stößt die von anderen Parteien und Politikern pauschal
angemahnte Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft auf einer durchaus größer werdende Lethargie bzw. Ignoranz.

Hier stehe ich zu den gleichwertig zu wertenden Grundprinzipien der deutschen Sozialversicherung:

„Solidarität – Subsidiarität – Versorgung“

In der Praxis heißt dieses:

„Fordern durch Fördern, wie auch Fördern durch Fordern!“

Ganz praktisch habe ich hier Ansätze:

1. Ich fordere verbesserte Angebote der beruflichen Weiterbildung und Umschulung!
Hier in Berlin gibt es beispielsweise immer noch einige Altenpflegehelferkurse, welche meiner Meinung nach zeitlich zu kurz
bemessen sind, um nachhaltiger auf den Einstieg und das berufliche Agieren vorzubereiten. Früher war eine Pflegehilfeausbildung auf ein
Jahr dimensioniert. Heute haben sogenannte Pflegebasiskurse einen deutlich kürzeren Durchlauf. Dies geht zu Lasten der Ausbildung, der
Auszubildenden und letzt auch der zu pflegenden Menschen!

2. Bessere Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder und Förderung von Kindern aus Familien, die finanziell und sozial schwächer positioniert sind.
Durch differenzierte Angebote in der außerschulischen Betreuung und eine verlässliche Unterrichtsgestaltung in der Schule sollen alle
Kinder individuell ans Üben, Lernen und disziplinierte Arbeiten herangeführt werden. Dies umfasst vor allem auch neben der
Entwicklung von Fachkompetenzen natürlich auch die Förderung sozialer Kompetenzen. Dabei denke ich besonders an die Achtung des
Anderen, das Akzeptieren anderer Meinungen, das Austragen von Konflikten in „Rede und Gegenrede“.

Ich weiß, das kann sich erst einmal hart anhören, aber mein Opa sagte dazu:

„Junge, schöne Worte sind selten wahr, aber wahre Worte sind selten!“

Die außerschulischen Förderangebote in der für Kinder aus Familien, die finanziell und sozial schwächer positioniert sind, müssen als
deutschlandpolitische Aufgabe verstanden werden. Das heißt, zu diesem Zweck soll bundeseinheitlich und dementsprechend aus Bundesmitteln
finanziert diesen Kindern ein verbesserter Zugang zu Musikschulen und Sportvereinen ermöglicht werden.

In unserer Welt gibt es eigentlich schon ein zu viel an Manipulation. Man kann nicht einmal in der Kaufhalle einkaufen, ohne durch Musik,
Produktplatzierung und bauliche Gestaltung manipuliert zu werden. Ich dagegen versuche mit meiner direkten Art dem ein wenig durch
die Förderung des Einzelnen entgegenzuwirken. Die Wahrheit liegt letztendlich aber auch in solch persönlichen Fragen nicht bei mir, nein,
sie ist immer bei jedem einzelnen Menschen zu suchen. Es kommt immer darauf an, ob er auf entsprechende Angebote eingeht oder nicht und
was ein jeder aus seiner Wahrheit macht.