Stadtentwicklung

Quo vadis Grünau?                    Ralf Henze, FDP

 

Als über das BA Treptow-Köpenick und die Ortsvereine in Grünau der Verkauf des Riviera Gesellschaftshausgeländes bekannt wurde, dachten viele: „Endlich bewegt sich etwas.“

Beim Kaufpreis allerdings, im Raum stehen ca. 15 Mio. Euro, war mein unwillkürlicher Gedanke:

„Ein ersehntes Ende für Grünau mit Schrecken.“

Auch hier heißt es, wie bei jedem Aufbruch, Abschied nehmen.

  • Abschied von der Funktionalität des Gesellschaftshauses Grünau
  • Abschied vom Gartendenkmal Riviera infolge eines nun immensen Baudrucks aus Verwertungsgründen
  • Abschied von der Institution „Riviera“ Am Anfang war noch die Rede von denkmalgerechter Wiederherstellung (BA, Presse). Heute, seit 19.07.17, heißt es „denkmalorientierte“ Wiederherstellung.

Was gewinnt Grünau?

  • 190 Wohnungen /Appartements rund ums Seniorenwohl
  • Arbeitsplätze
  • das denkmalorientierte Verschwinden von Bauruinen

Ja, und das war es eigentlich schon. Etwas wenig, wie ich finde.

Ungelöst, bzw. ungeklärt bleibt, weil ausweichend beantwortet, die Frage, was denn vom inneren Selbstverständnis des Ortes „Grünau“,

der Vorortcharakter Grünaus, der Wassersport und die Naherholung,

in der Mitte des Ortes noch übrig bleibt.

  • Das An- u. Aussehen des Ortsbildes hier im Herzen Grünaus wird aufgrund erhöhter Traufhöhen massiv verändert. Man orientiert sich in den  vorgestellten Entwürfen an Traufhöhen aus fast 400m Entfernung.
  • Die am 19.07. vorgestellten Entwürfe erdrücken und entwerten optisch das gegenüberliegende Kolonistenhaus.
  • Ungeklärt ist dato bei dieser Baudimension die Verkehrsgestaltung, bzw. -bewältigung in diesem Bereich der Regattastraße, v.a. bei sportlichen Veranstaltungen; inclusive der Parkmöglichkeiten.
  • Fraglich ist, ob die neuen Bewohner (v.a. Senioren) den sportbedingten Veranstaltungslärm hinsichtlich der Regattastrecke incl. des Trainingsbetriebes akzeptieren.
  • Wird aus einem gewerblich genutzten Komplex schleichend eine Umwidmung zur Wohnraumnutzung?  Das würde endgültig die Aufgabe bzw. der Verbau jeglicher Funktionalität für die regionale und überregionale Naherholung (Tourismus und Wasser-Freizeit) an dieser Stelle bedeuten.

Das ist der bisher bekannte Stand. Wenn es wirklich ernst gemeint ist, dass allen, auch der TERRAGON Projekt GmbH, das Wohl Grünaus am Herzen liegt, dann sollte, zwar schmerzlich, aber über folgendes Szenario ernsthaft diskutiert werden:

 

  1. Das Riviera Gebäude sollte unter Nutzung der historischen Bausubstanz, weitgehend denkmalorientiert, einer zeitgemäßen Veranstaltungsfunktionalität zugeführt werden;                              dazu Gastronomie für die Seniorenwohnanlage und für Naherholung mit Wasseranbindung. Sozusagen als eine Begegnungsstätte des alten und neuen Grünaus fungieren.
  2. Das Gesellschaftshaus sollte („wie geplant“) unter Nutzung der noch erhaltenswerten historische Bauelemente in eine Seniorenwohnanlage umgebaut werden.
  3. Der Erhalt des Gartendenkmals Riviera Garten (unter Verzicht der Palmen), sollte als „Grünes Herzstück“ im Ortsteil mit öffentlichem Uferweg angestrebt werden.
  4. Die Bebauung des ehemaligen Kavaliershausareals unter Beachtung der Nachbarbebauung (Staffelung der Traufhöhen, Entschärfung der Riegelvision) sollte realisiert werden.
  5. Die Staffelung der Traufhöhen bei der Bebauung des Baufeldes „ehemaliger Parkplatz“ sollte so gestaltet werden, dass eine optische Einpassung des benachbarten Kolonistenhauses straßenseitig möglich ist.
  6. Die Einführung eines Einbahnstraßenverkehrs in diesem Teil der Regattastraße erscheint unter diesen Gegebenheiten als zwangsläufig notwendig.
  7. In Kauf- und Mietverträgen sollte ein Akzeptanz- bzw. Hinweispassus auf den veranstaltungsbedingten Lärm der Regattastrecke enthalten sein.

Mit gesundem Menschenverstand ist bereits jetzt voraus zusehen, dass sich das bestehende Problem mangelnder Parkmöglichkeiten trotz meiner Vorschläge zur entschärften Bebauung verschärfen wird!